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Mittwoch, 1. Juni 2016

Beatrix von Storch versteht Satire nicht


Ausgangspunkt der kruden Annahme von Frau von Storch ist diese Postillion-Meldung: Fußball-Nationalmannschaften werden durch gemeinsames EU-Team ersetzt. Wer den Postillion ernst nimmt, ist nicht ernst zu nehmen. Auch wenn BvS nun versucht so zu tun, als würde sich aus der proeuropäischen Haltung Angela Merkels zwangsläufig eine "EU-Nationalmannschaft" ergeben und sie bezöge sich damit nicht auf den Postillion-Artikel, ist diese "Erklärung" maximal geeignet Menschen mit in etwa ähnlicher Medieninkompetenz und etwa dem selben kognitiven Niveau zu adressieren.
 


Intelligent wie 10 Meter Feldweg. In Sachen Medienkompetenz schlägt jeder Zehnjährige die Storch. Wer solche Nulpen wählt, ist enweder selbst dumm oder am Untergang Deutschlands interessiert. Wer weiß, weswegen die einen See-Krieg anfangen würden? Wegen einer Titanic-Meldung?

Mittwoch, 27. April 2016

Ein kleinpimmliger Upskirt-Spanner aus Nanjing hat einen schlechten Tag

Es war einmal ein kleinpimmeliger Typ, der sich gerne während des Anschauens verwackelter Upskirt-Aufnahmen seine Mini-Bifi pellte. Um diese Aufnahmen zu machen, versteckte er die Kamera in einer schwarzen Tasche und hielt die so, dass er jungen Damen damit in öffentlichen Verkehrsmitteln unter den Rock filmen konnte. Wahrscheinlich stellte er diese Trophäen seiner verklemmten Jagd regelmäßig auf einschlägigen Plattformen anderen Kleinpimmlern zur Verfügung. Doch eines Tages bemerkte eine junge Frau sein verklemmtes Treiben und stellte ihn zur Rede. Das Ganze endet mit einer SD-Karte im Magen, einer hektischen Flucht und einer nun für ihn sehr kompromittierenden Videoaufnahme im Internet.

Seine Mutter hat übrigens das Video von ihm auf Weibo gesehen. Daraufhin hat sie ihm das Abendessen gestrichen (wegen der SD-Karte) und ihm seinen Computer weggenommen.Gut so.



Good luck boy, big brother is watching

Donnerstag, 21. Januar 2016

Vorbild Österreich: Woran sich Nazis eben so orientieren

Einer meiner Lieblingsmenschen, Jan Böhmermann, hat es als Antwort auf einen Tweet von Andreas (Be)scheuer(t)* recht treffend formuliert:


Und die Überschrift auf Spiegel Online packt es dann auch noch auf das nächste Level, ein bisschen subtil, aber nur ein bisschen:


*= Begründung der Umfirmierung in kurzen Stichworten: Art. 16 GG, Hilter, fehlende Kausalität

Dienstag, 12. Januar 2016

Samuel Schirmbeck in der FAZ über das muslimische Frauenbild

Samuel Schirmbeck schrieb einen in Teilen durchaus lesenswerten Artikel über den Umgang mit dem Islam (KLICK).Ein Auszug daraus:


Der Umgang mit Muslimen ist neurotisch 
Es ist zu hoffen, dass die Kölner Ereignisse endlich dem Diskurs über „die Muslime“, die man nicht „beleidigen“ darf, ein Ende setzen, dass man hinter den „Muslimen“ – ein Begriff, den die Fundamentalisten zum Oberbegriff für alle Islam-Gläubigen gemacht haben, während man früher eher von Ägyptern, Algeriern, Marokkanern et cetera sprach – Menschen erkennt, die man behandelt, wie man selbst behandelt werden möchte: als selbstverantwortlicher, lernfähiger, kritikoffener Erwachsener und nicht als Kleinkind, dem man sein Lieblingsspielzeug, in diesem Fall die Religion, nicht madig machen darf, weil es sonst aus Wut alles kurz und klein schlägt.

Samuel Schirmbeck politische Sicht ist sehr einfältig

Die Perspektive des Autors auf "die Linke" ist an Hohlheit und stereotyper Vereinfachung nicht zu überbieten. Schade, denn damit diskreditiert sich sein sonst durchaus diskussionswürdiger Text.

Samuel Schirmbeck eiert nur rum, weil er den wahren Konflikt nicht anspricht

Der Autor tut so, als sei das Christentum aufgeklärter und besser - und deshalb okay. Das ist es aber nicht. Jede Religion ist abzulehnen. Religion war und ist der Grund oder die Begründung für Greultaten. Eine aufgeklärte Kirche und Religion schafft sich selbst ab. Das ist ein logischer Prozess, denn wenn man nur ein wenig denken kann, kommt man zu dem Punkt: Es gibt keinen Gott, oder wenn doch, dann sind wir Menschen zu unbedeutend, als dass wir ihn für uns in Anspruch nehmen dürften.

Ich kenne - vereinzelt allerdings - Menschen, denen ich sehr viel Verstand zuspreche, die gläubig sind. Aber an exakt diesem Punkt sehe ich den Verstand nicht. Es ist eine eigenartige Mischung aus unbestreitbarer Klugheit einerseits und einem Mangel an Realitätssinn andererseits, die diese gemäßigte Religiosität begründet.

In patriarchalischen Strukturen (weite Teile der islamischen afrikanischen und arabische Welt sowie Vatikan, Südamerika und andere von der katholischen Kirche eroberte und infiltrierte Gebiete, aber auch große Teile Asiens wie Indien etc.) dient Religion nicht selten dazu, das ekelhafte, verabscheuenswerte und dummdreiste Verhalten von Männern und Machthabern zu legitimieren.

Egal wie ich es drehe und wende: Wer Gottes angebliche Gebote und Schriften befolgt, hat ein Defizit. Kognitiv oder moralisch oder in beidem.

Zumal Religion die größte Gotteslästerung ist. Wenn es einen Gott gäbe, der das Universum erschaffen hat, wie vermessen wäre es dann, wenn ich als Mensch - weniger wichtig als ein Eintagsfliegenfurz in den Milliarden Jahren des göttlichen Universums - mich so wichtig nehme, dass ich als Iman oder Priester oder sonst was behaupte zu wissen, was Gott will. Und wie dreist wäre es dann erst als Mensch diesen Gotteslästerern zu glauben? Statt dessen müsste ich selbst denken und meinen eigenen göttlichen Weg suchen.

Ich bestreite es nicht: Es kann Gott geben, ja. 

Aber wenn es ihn gibt, dann sind wir zu klein, dumm und unwichtig, als dass wir ihn jemals begreifen könnten. Und die menschengemachte Kirche und deren menscheninterpretierte Religion sind nicht größer. Also: Wer diesen selbsternannten Gottesvertretern glaubt, tritt diesen Gott mit Füßen. Als ob er uns erschaffen hätte, damit wir die Erde zerstören, uns gegenseitig umbringen und Tiere quälen. Wenn es Gott gibt, dann sitzt er irgendwo, sieht uns und hasst uns. Und am meisten hasst er jede Kirche und Religion. Denn die sprechen in seinem Namen - ohne den Hauch einer Ahnung von ihm zu haben. Und weil diese "Gläubigen" Frauen verbrennen, Kreuzzüge führen, töten und die Religion benutzen, um eine hinterwäldlerische, unaufgeklärte, menschen- und naturverachtende Ideologie zu rechtfertigen.

So auch die CDU.

Freitag, 11. Dezember 2015

Unseriöse UNICEF Weihnachts-Spendenaktion: 1 € für jedes Like, 2 € für jeden Share

Ein Jahr alt, aber mir erst jetzt unter die Tastaur gekommen. Und um es mit Gernot Hassknecht zu sagen: ICH REGE MICH AUF, ABER SOWAS VON!

Spenden an sich ist ja gut. Aber deshalb ist nicht jede Spendenaktion okay. Die Weihnachtsspendenaktion der UNICEF ist es nicht.



Das klingt ja erstmal toll: Likes und Shares werden scheinbar zu superniederschwelligen und für die Spender kostenlosen Spenden. Aber was steckt dahinter? Eine Familie hat UNICEF einen Haufen Geld gegeben. Die könnte UNCEF jetzt einfach für die gute Sache verwenden - und gut (!) ist. Aber nein, UNICEF instrumentalisiert das Geld für einen guten Zweck in Form einer Zweitverwertung, um die eigene Reichweite auf Social Media zu vergrößern.

Es ist nicht so, dass solange Geld gespendet wird, wie es Likes und Shares hagelt. Denn dann würden 500 Millionen Shares unglaubliche 1 Milliarde Euro Spenden ergeben. Aber weit gefehlt! Der entscheidende Satz ist: "Die Aktion läuft bis Weihnachten mit verschiedenen Fotos auf unserer Facebook-Seite – oder bis der Spendentopf ausgeschöpft ist".

Und das ist der Moment, an dem ich diese Aktion so richtig beschissen finde. 


Denn dort steht damit auch: Wenn ihr nicht genug Likes und Shares vergebt, behalten wir den Rest der Spende für uns und gehen davon Ledersessel und Playstations für unsere Büros kaufen. Da werden sie allerdings nicht tun. Hoffe ich jedenfalls. Denn das Geld wurde von der Familie für arme Kinder gespendet.

Aber was bedeutet das für die Facebook Nutzer, die das Bild in Treu und Glauben teilen und liken?


Nun, dass UNICEF seine Facebook Fans verarscht und instrumentalisiert hat. Denn scheißegal wie oft das Bild geliked oder geteilt wird, es wird doch sowieso das Geld gespendet, es WURDE ja schon gespendet (von der Familie).

So sehr ich die gute Sache auch unterstütze, liebes Social Media Team von UNCIEF: so nicht. Mit dieser Art des Marketing bedient ihr euch Nepper-, Schlepper-, Bauernfänger-Methoden. Das ist unseriös. Und wenn UNICEF seine Außenwahrnehmung so ohne Not von "denen kann man vertrauen" zu "die sind unseriös" wandelt, erreicht die Aktion genau das Gegenteil von dem, was vermutlich intendiert war.

Setzen, Sechs.

Montag, 12. Oktober 2015

Zwei Dinge, die mich wundern #Flüchtlinge

Der Spiegel schreibt, dass knapp 44 Prozent der Deutschen schon entweder Sach- oder Geldspenden. Geldspenden tätigten 21 Prozent, der Rest der Spender gab Sachspenden (wie ich).

Das verwundert mich ehrlich. Das sind locker 30% mehr, als ich erwartet hätte. Denn ich gebe zu, auch wenn ich weiß, dass es einige gute Orgsanisationen gibt und ich nicht am Hungertuch nage, so spende ich doch sehr zielgerichtet und eng projektgebunden und das auch nicht so oft und viel, wie ich könnte, wenn ich meine Extrawürste etwas einschränken würde. Da ich aber sicher nicht im Verdacht stehe, ein Asylkritiker zu sein, dachte ich auch von anderen Mitmenschen, dass sie durchaus positiv gestimmt sind, aber den Geldbeutel eher zu lassen und auch sonst nichts einfach so hergeben wollen. Da habe ich mich geirrt - und das freut mich.

Der zweite Punkt ist der folgende Abschnitt im Artikel: "Das Ergebnis der Umfrage widerspricht der verbreiteten These, der Osten Deutschlands sei Flüchtlingen gegenüber allgemein skeptischer eingestellt als der Westen. Eher ist das Gegenteil der Fall: Der Anteil der Geldspender ist unter Ostdeutschen mit 23 Prozent höher als unter Westdeutschen (20 Prozent). Weil die statistische Fehlertoleranz drei Prozentpunkte beträgt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, dass Ostdeutsche häufiger für Flüchtlinge spenden als Westdeutsche - sie tun es aber auch nicht seltener."

Nicht dass ich den "Ostdeutschen" grundsätzlich etwas unterstellen würde. Aber ich gehe davon aus, dass das Geld im Westen insgesamt reichlicher vorhanden ist und die Arbeitslosenzahl im Osten auch höher ist. Umso mehr ist es beeindruckend, dass die Spendenbereitschaft im Osten so groß und womöglich größer ist, als im Westen. Hätte ich eine Vermutung abgeben sollen, hätte ich das nicht prognostiziert. Und auch hier habe ich mich wohl geirtt - aber es freut mich nicht. Ich hätte mir gewünscht, dass die die antizipiert mehr geben können, das auch tun (was auch an meine Adresse geht).

Donnerstag, 8. Oktober 2015

Flüchtlinge! Asyl! Das Boot ist voll! Das Hirn ist leer!

Ich muss Stellung beziehen. Dass die wenigen Hirnfürze zu Pegida von mir nicht ausreichen, war klar. Aber irgendwie konnte ich das Thema „Flüchtlinge“ aka "mimimi" nicht so griffig, fokussiert und unterhaltsam auf den Punkt bringen, wie es mein Anspruch ist. Doch dann habe ich die Kolumne in der der ZEIT von Thomas Fischer gelesen und wusste: So klug, so pointiert und gleichzeitig so unterhaltsam, werde ich das nie schreiben können.

Ich ziehe meinen Hut vor Thomas Fischer, seines Zeichens ehemaliger Kraftfahrer und Paketzusteller, der inzwischen Bundesrichter in Karlsruhe ist. Er studierte Germanistik, Soziologie und Jura (Promotion zum Dr. iuris utriusque). Der Mann ist so klug, gebildet und dabei witzig, dass ich a) mit ihm unbedingt mal 14 Bier oder alternativ 15 Mineralwasser trinken möchte und b) dass ich weiß: so klug, gebildet und witzig wie er, werde ich wohl leider nie sein.

Seine exzellente und trotz ihrer Länge sehr leicht zu lesende Kolumne in der der ZEIT (1), empfehle ich einfach jedem. Am meisten aber all den „Besorgten Bürgern“ (2), die gerne sagen „ich hab ja nichts gegen…, aber“. Ich empfehle sie auch den unchristlichen Führern der CSU (die eigentlich NSU – Nationalistische, soziale Union) heißen müsste. Namentlich Kalif Horst Seehofer und Großwesir Markus – Isnogud – Söder.

Für alle Eiligen habe ich ein paar wesentliche Absätze von Thomas Fischers Kolumne unten zusammengefasst. Aber ich empfehle dennoch dringend, sie HIER im Original zu lesen.

#ThomasFischer #DieZeit #Flüchtlinge #Asyl #Zuwanderung #Pegida #HeinrichAugustWinkler #ChristophSchwennicke #ThomasKreuzer #CSU #DasBootistvoll #ichhabjanichtsgegenaber #Zeitabonnieren



Schaffen wir das?

Eine Kolumne von Thomas Fischer

[Die Kurzfassung]


Die "Grenze der Kapazität" ist in aller Munde. Sie ist aber, so scheint mir, bislang nur die Grenze, bei deren Überschreiten sich an unserem eigenen Leben etwas ändern könnte. Das hat mit "Kapazität" nichts zu tun und auch nichts mit "Möglichkeit", sondern mit der Definition von Selbst und Fremd, Innen und Außen.

[…]

Wir wissen seit langer Zeit, dass in jedem Jahr Tausende im Mittelmeer ertrinken. Wir haben ganz genau gewusst, dass der Krieg im Irak nicht dem Frieden diente, sondern der imperialistischen Sicherung von Öl. Wir haben gewusst, dass unser "Feldlager" in Kundus nicht die Überführung der afghanischen Frau in den deutschen Juristinnenbund zum Ziel hat. Wir "bekämpfen" Terror, Massenmord und Willkür, immer wo und wie es uns gefällt, und richten dem Rest der Welt aus, das Recht auf Leben und Würde gelte "nach Maßgabe der Möglichkeiten".

[…]

Seit es menschliche Gesellschaften gibt, "produzieren" sie Vorstellungen und Identitäten von Innen und Außen: von den Dazugehörigen und den Fremden. Die Fremden sind die Feinde. Die Merkmale, anhand derer diese Differenzierung getroffen wird, sind nicht zufällig, aber willkürlich; sie folgen keiner übergeordneten Rationalität.

[…]

Wenn morgen nördlich von München ein gewaltiger Vulkan heraufstiege und das Land verwüstete, und sich 13 Millionen Bayern mit Plastiktüten ohne BMWs auf den Weg machten, um aus Chaos und Hunger und Todesgefahr zu fliehen: Was täten wir? Was würde die Kanzlerin sagen und was der Oberbürgermeister von Pegidaland anordnen? Was geschähe mit den Herren und Damen, die die Errichtung von "Hotspots" und Grenzzäunen zwischen Bayern und Baden-Württemberg fordern? Will sagen: Da hätten wir ein schönes Beispiel zum Thema "Kapazität" und "Maßgabe der Möglichkeiten". Jetzt müssen wir nur noch klären, warum das bei Bayern so ist und bei Syrern anders.

Was wir aber auf gar keinen Fall klären müssen, liebe Herren Professoren und Chefredakteure, ist Folgendes: Was tun wir, wenn sieben Milliarden Menschen oder 150 Milliarden Marsbewohner oder 80 Millionen afrikanische Gnus zu uns kommen?  Sie tun es nicht! Nicht heute, nicht morgen, nicht in 500 Jahren! Es ist ein erbärmlicher Trick, die Forderung nach schlechter Behandlung von einer Million Menschen damit zu rechtfertigen, dass es bei 50 Millionen "schwierig" würde.

[…]

"An der Grenze angelangt" soll Deutschland sein. Wenn das so wäre: Armes Deutschland! Das Problem ist die Definition dessen, was wir als "Grenze" und "Belastbarkeit" ansehen. Die Grenze wird offenbar da gezogen, wo unser eigenes Alltagsleben tangiert ist. Also: Flüchtlinge so lange, bis ich mich einschränken muss. Was für eine erbärmliche Definition des "Möglichen", was für eine peinliche Vision!

[…]

Wenn alle armen Menschen dieser Welt (so die Staatskanzlei Bayern) oder alle Kriegsflüchtlinge dieser Welt (so Prof. Winkler) gleichzeitig zu uns (gemeint: Deutschland in den Grenzen von 1990) kämen, könnte es eng werden.

Mein lieber Herr Professor! Das ist ja eine Zeitenwende der Erkenntnis! Darüber haben wir ja – außer 1975, 1983, 1992, 1998 und 2003 – praktisch noch nie nachgedacht! Lassen Sie uns überlegen: 360.000 Quadratkilometer für 82 Millionen angebliche Deutsche macht 4.300 m² pro deutschen Menschen (220 pro km²). Kämen nun, sagen wir mal 60 Millionen dazu (derzeit geschätzte Zahl der Kriegsflüchtlinge auf der Welt), blieben für jeden gerade einmal noch 2.600 m², die Dichte stiege auf 360 pro km² an. Das entspricht ziemlich genau der Bevölkerungsdichte von Israel (370), Indien (370) oder Japan (340) und liegt zwischen den Niederlanden (400) und Belgien (350). In Bangladesch (1070) gilt das als gähnende Leere; auch in Südkorea (520) ist's ein bisschen enger. Trotzdem – und auch dies muss man einmal sagen dürfen: Die schaffen das.

[…]

Die "Belastbarkeit" Deutschlands (und zahlloser anderer Länder) ist um ein Vielfaches größer. "Wir" haben Hunderte von Milliarden Euro Staatsschulden aufgehäuft, um die Banken der Welt von Risiken freizustellen. Wir halten Länder an der Peripherie Europas seit vielen Jahren am Rande eines Chaos, das wir selbst keine drei Monate aushielten, damit wir Weltmeister weiterhin unsere subventionierten Produkte dorthin ausführen können und uns die Sirtaki-tanzenden faulen Griechen die Afrikaner vom Hals halten – notfalls halt ohne Menschenrechte. Wir exportieren die subventionierten Agrarprodukte aus der EU zu noch mal subventionierten Preisen nach Afrika: So lange, bis kein kenianischer Bauer mehr mithalten kann, auch wenn er bloß noch einen halben Dollar am Tag verdient.
Wir haben eine Billion Euro in die Integration von 17 Millionen Ost-Bürgern investiert, denen die ewigen Werte des Grundgesetzes bis heute ein wenig fremd geblieben sind und die sich mehrheitlich eine Mischung aus allumfassender Sozialfürsorge und totaler Freiheit von irgendeinem wünschen, der "da oben" dafür verantwortlich ist, dass das Heißwasser warm genug, das Bier billig und die Wohnung kostenlos ist. Helmut oder Angela oder Erich: scheißegal.

[…]

Das "Undenkbare" wird ja stets nur so genannt, weil es denkbar ist und gedacht werden soll. Sehr besorgt ist Herr Professor Winkler darüber, dass "es kippen" könnte. Er meint damit: Die Bevölkerung Deutschlands könnte sich gegen die Flüchtlinge wenden, wenn diese nicht aufhören, in dermaßen übertriebener Zahl hier anzukommen. Der Gedanke leuchtet ein: Wenn zum Beispiel im Jahr 1940 sechs Millionen europäische Juden nach Belgien geflohen wären, oder im Jahr 1945 etwa 600.000 Dresdner nach Leipzig: Ja da hätte doch mal einer sagen müssen: So nicht! Die Turnhalle ist voll, Volksgenossen! Wir können nicht das Elend der Welt aufnehmen in Plagwitz oder Brügge! Schon lassen sich erste Verunsicherungen unseres Arbeitsmarktes verspüren! Der Fisch wird knapp, und die Quarkkeulchen erst recht!

[…]

Denken wir einmal das Denkbare: Was könnte man mit Grausamkeit gewinnen? Weltkriegsteilnehmer, Sarrazinisten und Welthistoriker bevorzugen diese Variante. Oder jedenfalls das tabulose Nachdenken darüber. Grausamkeit bedeutet: 20 Meter hohe Mauern, 100 Meter breite Todesstreifen, rund um Europa. Napalm auf Flüchtlingstrecks; Bomben auf Boote; Scharfschützen an allen Küsten.

Selbst dann, so ist aus militärischen, nachrichtendienstlichen und welthistorischen Gründen zu vermuten, würde uns das Problem nach wenigen Jahrzehnten überfordern. Die Terroristen da draußen sind nicht blöd. Sie graben sich durch, sie vergiften unser Wasser oder häuten alle Robbenbabys live im Fernsehen, sodass unsere gepiercten deutschen Abiturientinnen magersüchtig werden vor Mitleid und heimlich ihren Twitter-Account herausgäben, über den Hacker etwas vollkommen unmenschlich Perverses gegen unsere abendländische Menschenwürde unternähmen. Zum Beispiel kleine deutsche Kinder mit verätzten Händen in einer stinkenden Brühe von Elektronikschrott herumkramen lassen oder sie für 8 Cent pro Stunde 16 Stunden am Tag in einer Leder-Gerberei in Dakar knechten.

Wir müssten uns im Inneren so verändern, dass unsere Zivilisation zusammenbräche, und hätten doch niemals Sicherheit angesichts der Dynamik der Entwicklung in der Welt, die ein wenig größer ist als Deutschland. Denn von den 150 Millionen km² der derzeitigen Landfläche des Planeten nimmt Deutschland ungefähr 0,25 Prozent ein.

Also: Die Wahl, die sich die Winklers und Seehofers und Schwennickes – aus ganz unterschiedlichen Motiven – zu erträumen behaupten, haben wir nicht. Wir müssen, auch wenn wir uns fürchten, die angeblichen "Tabus" anders bestimmen. Nicht bei der Formulierung von banalen Selbstverständlichkeiten und formalen Anforderungen, sondern beim Formulieren und Hinterfragen von existenziellen Gegebenheiten – Staat, Nation, Schicksal, Menschsein, Solidarität: Innen und Außen. Das Erbärmlichste, was uns Politiker zurzeit liefern – ob mit oder gegen ihre Überzeugung – ist die Reaktivierung von nationalistischen Dummheiten und einer Kultur der Abschottung, die angeblich dem "Interesse der Menschen" entspricht. Das wird verbrämt mit Phrasen von den "Sorgen der Bürger" und allerhand "Befürchtungen".

Ob "Wir schaffen das" ein programmatischer oder nur ein Verlegenheitssatz war, kann dahinstehen. Die Bedenkenträger der Parteien, die alles gern zurückdrehen möchten, haben weder gegen das eine noch gegen das andere eine Chance. Denn es steht fest, dass "wir das schaffen werden". Was sonst? Welch Frage an die Weltgeschichte, ob diese es wohl "schaffen" werde, was sich ereignet! Und der einzig rationale Kern: Die Frage, ob es eine bestimmte soziale Struktur, mit einer bestimmten "Kultur"-Vorstellung, es wohl "schaffen" werde, eine Veränderung der Gegebenheiten in der Welt zu verstehen und – wie auch immer verändert – zu überstehen, ist kaum weniger infantil. Was denn sonst? Wir haben die Überwältigung der Heiden durch den Glauben des Christentums "geschafft" und die 400-jährige Kultur der Osmanen in Europa. Wir haben die Ausrottung von fast 70 Prozent der europäischen Bevölkerung geschafft, zwei große und unzählige kleinere Kriege mit Hunderten von Millionen Erschlagenen. Wir haben es geschafft, halb Asien und ganz Afrika und Südamerika über Jahrhunderte im Elend zu halten, um uns deren Reichtümer anzueignen.

Da werden wir es doch wohl schaffen, ein paar Millionen Hungerleider in deutschen Turnhallen durchzufüttern, bis ihnen und uns etwas Besseres einfällt.

Herr Winterkorn und seine Spießgesellen – auch dies muss jetzt einmal gesagt werden dürfen – haben in den letzten zwei Wochen knapp 50 Milliarden Euro vernichtet. Davon kann der deutsche Pegidianer bei 2.000 Euro voraussetzungslosem Grundeinkommen 500.000 Jahre lang leben. Hiervon gibt er, kinder- und tierlieb wie er ist, gern etwas ab, und schon ist die Grenze der Möglichkeiten eine ganz andere.

Es wird schon irgendwas rauskommen. Hoffentlich nicht Herrn Söders Grenzbollwerk. Ganz gewiss nicht Artikel 16a Grundgesetz in der Fassung von Herrn Winkler: Asyl "nach Maßgabe der Möglichkeiten". Selten habe ich von einem so intelligenten Menschen einen so unintelligenten und absurden Vorschlag gehört. Es schwebt mir seither vor, auch das Bundesbesoldungsgesetz an die Weltläufe anzupassen: Jeder ordentliche Professor an einer deutschen Hochschule hat nach seiner Emeritierung Anspruch auf Altersversorgung nach Maßgabe der Möglichkeiten. Willkommen in Deutschland!

 
(1) = abonniert
(2) = Die Anführungszeichen sind semantische Absicht

Freitag, 3. Juli 2015

Die Krise mit Griechenlands Schulden mal kurz erklärt

Griechenland hatte Schulden (bspw. in Form von Staatsanleihen) bei Banken. Diese Schulden haben unserer Politiker (nicht die griechischen) gegen Schulden bei öffentlichen Institutionen ausgetauscht. Das heißt, das mit einem Zahlungsausfall entstehende Risiko der Nicht-Rückzahlung trifft nun nicht mehr die Banken und Versicherungen, die Griechenland Geld geliehen haben, sondern Institutionen wie die EZB und den IWF, die letztendlich steuerfinanziert sind, also unter anderen von deinem und meinem Geld bezahlt werden.

Geht Griechenland nun pleite (und davon ist nicht erst seit dem Referendum irgendwie auszugehen), dann betrifft der Zahlungsausfall nicht mehr die Gläubiger-Banken und -Versicherungen, die ursprünglich leichtfertig Staatsanleihen gekauft haben, sondern mich. Das ist aber nicht das Problem, das Problem ist: Wie konnte es soweit kommen, wem habe ich erlaubt faule Kredite abzulösen und das enorme Ausfall-Risiko zu schultern? Weder Merkel, noch Schäuble haben wir (das Volk) das explizit erlaubt, warum auch? Gut ok, ein paar haben die Geldverschwender gewählt. Aber auch die hätten das nicht erlaubt. Warum Merkel und Co. das trotzdem tun? Weil sie von Lobbyisten der Banken und Versicherungen bearbeitet und sehr wahrscheinlich zumindest intellektuell korrumpiert werden. Denn sonst wäre es ja nicht zu erklären. Mit gesundem Menschenverstand hat das nichts zu tun.

Es bleibt also die Frage: Warum haben wir Schulden von privaten Gläubigern auf steuerfinanzierte Institutionen übertragen, obwohl für jeden Ökonomen klar war, dass diese Rechnung nur dann halbwegs aufgeht, wenn man Griechenland ausblutet?

Ein weiterer Punkt: Warum leiht man einem Staat Geld, der nicht in der Lage ist, seine Einnahmeseite zu sichern? Bei einem privaten Kredit (damit habe ich Erfahrung), sichern sich die Banken doppelt und dreifach ab, bevor sie Geld verleihen. Liegen Sie mit ihrer Einschätzung dann doch mal falsch, geht der Kredit flöten. Warum hat man dieses Prinzip nicht auf Griechenland angewendet?

Was macht man mit einem Staat, der pleite ist? Am einfachsten ist, er erklärt sich für zahlungsunfähig und bedient keinen Schuldendienst mehr. Kann er ja auch nicht, wenn er so überschuldet ist, dass eine Rückzahlung von Krediten utopisch ist. Dann haben die Banken und Anleger eben Pech gehabt. Aber das ist das Risiko, wenn man Geld leiht oder sich an spekulativen Finanzprodukten zu bereichern versucht, die auf solche Kredite wetten.

Der dann pleite gegangene Staat kann seine Verfassung gegebenenfalls ändern um die Einnahmeseite zukünftig auf ein solideres Fundament zu stellen. Einnahmen und Ausgaben müssen so abgestimmt werden, dass ersteres höher ist als zweiteres. Ohne die Rückzahlung von utopischen Krediten geht das dann auch in Griechenland vermutlich ganz gut.

Das geht aber in der Merkel-Schäuble-Seehofer-Gabriel-Logik nicht. Denn die waren zunächst dumm genug die Banken aus der Front der drohenden Pleite rauszunehmen und die Schulden ihren Völkern aufzubürden. Jetzt müssen sie natürlich schauen, dass die Kohle wieder reinkommt. Sonst heißt es ja: Hey, ihr Penner habt unser Geld fahrlässig veruntreut (an alle Juristen: Könnte man sie deswegen verklagen?). Aber die Rückzahlung aller griechischen Schulden ist ein Unterfangen, das schon allein aufgrund banaler Arithmetik zum Scheitern verurteilt ist.

Die alten griechischen Regierungen vor Syriza haben sich zur Sparkursen verpflichtet, die das Volk leiden ließen und die Krise weiter verschlimmerten. Griechenland war dabei totgespart zu werden. Damit will Syriza Schluss machen. Ich gehe auch davon aus, dass Tsipras und Varoufakis es bewusst darauf angelegt haben, dass es zu keiner Einigung kommt. Es kann ja gar nicht im Interesse einer Regierung sein, ihr eigenes Land zu Tode zu sparen.
 
Was bedeutet das und wo ist jetzt das Problem?
  • Zunächst würde eine Pleite Griechenlands bedeuten, dass es wohl aus dem Euro austritt. Aus Sicht der Griechen kann das nur gut sein, weil man mit einer eigenen Währung viel besser steuern kann, wie man Preisstabilität, Inflation und eventuelle Schulden am besten gegeneinander austariert. Und es ist Griechenland ja unbenommen später wieder den Euro einzuführen, wenn das Land meint, es passe dann in das Währungssystem
  • Option 1: Unsere Kredite sind futsch. Einige Milliarden Euro müssten abgeschrieben werden.
    Option 2:
    Die griechische Regierung erreicht einen Schuldenschnitt, der ihnen genug Luft zum Atmen lässt. Auch dann wären ein Teil unserer Kredite sind futsch. Einige (wenige) Milliarden Euro müssten abgeschrieben werden.
    Aber da bin ich ganz Kapitalist: Wer Geld verleiht, muss einen Zahlungsausfall einkalkulieren oder er ist zu dumm für diese Welt. Dumm nur, dass die Mehrheit der wählenden Deutschen solche Pfeifen gewählt hat, die diese Schulden erst einmal den Banken wegnehmen, um sie dann mit Steuergeldern abzuschreiben. Wer also darüber jammert, muss sich klar machen: Du selbst hast diese unfähige Regierung gewählt, oder warst politisch zu wenig engagiert um das zu verhindern.
  • Deutschland wird den Zahlungsausfall von ein paar Dutzend Milliarden Euro verkraften. Ist halt jetzt blöd mit dem ausgeglichenen Haushalt, den Schäuble sich zusammengespart hat und den jetzt eine aus seiner Sicht impertinente griechische Regierung in Frage stellt, weil sie ihr Land pleite erklärt. Aber Schäuble wiederum ist selbst schuld an dem Dilemma, denn ohne sein „Ja“ wäre die Umschuldung Griechenlands nicht möglich gewesen.
  • Die Gewinner sind eindeutig Banken, Versicherungen und sowieso schon stinkreiche Menschen, die ihr Geld zunächst dumm und leichtfertig in griechische Staatsanleihen angelegt hatten und deren Geld weitgehend umgeschuldet wurde auf den kleinen Steuerzahler.
  • Verlierer sind die durchschnittlichen Griechen. Die einfachen Menschen. Aber auch diese haben ihre Regierungen gewählt und müssen sich wie wir Deutschen wohl damit abfinden, dass die meisten Regierungen Reichen mehr geben und die Armen und Durchschnittsbürger das bezahlen lassen. Aber diesmal haben die Griechen eine radikale Linke gewählt. Nichts was ich mir für Deutschland wünsche, aber im Fall der Griechen war das goldrichtig. Denn wenn irgendjemand in Griechenland ein gerechtes und funktionierendes Steuersystem einführen kann, die Reeder endlich an den Kosten des Staatsführung beteiligen kann und das zweifellos vorhandene Geld gerechter verteilen kann, dann Syriza.  
  • Was lernen wir daraus: Wählt nur noch Politiker, die klar sagen was sie wollen und denen man glauben kann, dass sie Banken, Versicherungen, Fonds etc. nicht freikaufen werden, wenn einem Land oder einer Bank oder wem auch immer die Pleite droht. Außer dem gerade abdankenden Gregor Gysi fällt mir da aber spontan allerdings niemand ein (was dennoch keine Wahlempfehlung für diese linkspopulistische Partei ist). Die größte politische Enttäuschung ist nicht nur in diesem Punkt Sigmar Gabriel. Man merkt in so vielen seiner politischen Handlungen, dass er gegen seine eigenen früheren Überzeugungen agiert, dass man sich fragen muss: Ist er ein umgepolter Klon seiner selbst oder er wird von Interessen ferngesteuert, die nicht seine und schon gar keine sozialdemokratischen sind. 
Über Kommentare, Hinweise und andere Meinungen freue ich mich.


Und wer noch wissen will, warum mir nur Gregor Gysi einfällt, muss sich nur mal anhören, was er 1998 schon wusste und wie Recht er mit all dem hatte:



Update: Meine Idee, dass es sich inzwischen um den Tatbestand der Untreue handelt, scheint gar nicht so abwegig:

"[...] ELA [Nothilfen] darf aber nur solventen Banken gewährt werden. Die griechischen Banken sind aber solange nicht solvent, als der griechische Staat nicht solvent ist. Ihre Aktivseite besteht nämlich größtenteils aus Steuerforderungen gegenüber dem griechischen Staat und aus griechischen Staatsanleihen, also aus Forderungen gegen einen insolventen Schuldner. Die Insolvenz, nämlich die Zahlungsunfähigkeit des griechischen Staates, ist schon lange Fakt. Spätestens seit der griechische Staat eine fällige Kreditrate nicht an den IWF gezahlt hat, ist dies für jedermann, allen voran für Mario Draghi als Chef der europäischen Bankenaufsicht, offenkundig.

Es steht ganz außer Frage, dass jeder Vertreter einer normalen Geschäftsbank, der seinem dokumentiert insolventen Bankkunden neue, nicht zu 100 Prozent besicherte Mittel gewährt, eklatant gegen seine Pflicht verstößt, die Vermögensinteressen seiner Bank zu wahren. Im Klartext: Er beginge eine Untreue gegenüber seiner Bank."  
Quelle: Manager Magazin

Dienstag, 28. April 2015

Followup: Die Lidl Kampagne "Qualität" mal hinterfragen

Follow-up zu diesem Posting: Die Lidl Kampagne "Qualität" mal hinterfragen

Lidl hat mir geantwortet! 

Natürlich und leider mit einem vorgefertigtem PR-Gewäsch, aber es zeigt doch perfekt, wie weit Werbung und Wirklichkeit bei Lidl voneinander entfernt sind. Echte Bäcker, die so richtig selbst Teig ansetzen und den liegen lassen und backen etc. brauchen keine Enzyme. Ich denke da an Bäcker wie die Bäckerei Richter in Kubschütz bei Bautzen oder die Slow Baking und Bioland zertifizierte Bäckerei Königsbäck in Stuttgart (die übrigens nicht mal teuer ist) und leider nicht mehr so viele andere ehrliche Handwerker, die mit Können, Zeit und Handwerkskunst beste Backwaren produzieren - ohne Enzyme und andere Zusätze.



Das hat Lidl mir geantwortet:


Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,

zunächst möchten wir uns bei Ihnen für die verspätete Rückmeldung entschuldigen und uns für Ihre Anfrage sowie für das Interesse an unseren Produkten bedanken.

Hierzu können wir Ihnen mitteilen, dass wir uns bei den deklarierten Inhaltsstoffe an den gesetzlichen Regelungen orientieren. Demnach werden die enthaltenen, nicht deklarationspflichtigen Hilfsstoffe nicht ausgewiesen. Enzyme werden von uns benötigt, damit die gleichbleibende Qualität der Rohwaren gewährleistet ist und wir somit unseren Kunden ein qualitativ hochwertiges Endprodukt anbieten können.

In den Bake-Off-Stationen unserer Filialen ist direkt unter den Produkten eine Zutatenliste angebracht. Dort können Sie direkt sehen, was in den jeweiligen Backwaren enthalten ist.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen Informationen geholfen zu haben und würden uns freuen, Sie dennoch weiterhin als zufriedenen Kunden in unseren Filialen begrüßen zu dürfen.

Ich habe Lidl daraufhin geschrieben:


Hallo Frau XY,

viele Dank für Ihre Antwort. Leider haben Sie mich missverstanden. Ich nahm mit meiner Anfrage Bezug auf Ihre überall zu sehende Werbung "Gutes Brot erkennt man an den Zutaten". Da Sie mit dieser Aussage die guten Zutaten ihrer Backwaren hervorheben, bat ich Sie, mir die zu nennen. Sie werden ja selbst sofort verstehen, dass wenn man solche Aussagen öffentlich trifft, auch in der Pflicht ist, zu seinem Wort zu stehen. Denn sonst wäre das ja - es gibt dafür leider kein anderes Wort - eine Verarsche Ihrer Kunden. Ich gehe nicht davon aus, dass Lidl es darauf anlegt, seine Kunden zu verarschen, oder?

In diesem Sinne: Ich bitte Sie mir sämtliche Zustaten, die bei ihren Backwaren zu Einsatz kommen mal zu nennen. Auch die, die ich in der Filiale eben nicht einsehen kann, da sie nicht deklarationspflichtig sind. Aber auch wenn sie nicht deklarationspflichtig sind, sind sie ja dennoch zur Herstellung der Waren (“Gutes Brot”) verwendet worden und um die Qualität Ihrer Waren zu erkennen, muss man ja laut Ihrer eigene Aussage die Zutaten kennen.

Sie verstehen aufgrund meiner Ausführungen sicher, dass sich an der Beantwortung meiner Anfrage entscheidet, ob Lidl seine Kunden ernst nimmt und zu seinem Wort steht oder eben nicht.

Viele Dank für Ihre Mühe und mit freundlichen Grüßen

So, nun heißt es Daumendrücken, dass Lidl auch antwortet...

 

Update 17.07.2015: Ein erneuter Versuch:


Fwd: Referenz #11441838: Ihr Anliegen vom 25.03.2015

Hallo Frau XY,

wann kann ich denn mit der Beantwortung meiner Frage zum Lidl-Werbeversprechen rechnen? Sie hatten jetzt ja drei Monate Zeit die benötigen Informationen einzuholen.

Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen
Viele Grüße

Ich hoffe Lidl steht zu seinen Werbeversprechen und drückt sich nicht noch länger um eine Antwort. Wenn ihr mögt, schreibt Lidl doch auch unter Nennung der Referenznummer  #11441838, dass ihr gespannt auf die Antwort wartet und ihr hofft, dass Lidl zu seinem Wort (Werbeversprechen) steht... Ja, ich will auch eine E-Mail an Lidl schreiben

Montag, 20. April 2015

Mercedes-Benz Trucks Original-Zubehör „TopFit-Set“

Was LKW Fahrer(innen) halt so machen. Kennt man ja. Auf Rastplätzen ist kaum sicheres Durchkommen möglich, weil die Trucker/innen in Trainingssachen auf dem Parkplatz ihr Workout machen. Mit dieser hochgefährlichen Situation ist ab sofort Schluss, denn Mercedes-Benz Trucks bietet ab sofort das „TopFit-Set“ an."




Montag, 30. März 2015

The next Epic Split by Volvo

Diese Kampage ist perfekt. Sie zahlt voll auf das Markenimage "Sicherheit" von Volvo ein und sorgt für positive Reputation. Und die Idee zum Produkt "Life Paint" an sich ist auch grandios.So geht Marketing. Glaubwürdig, authentisch und pfiffig.

Freitag, 27. März 2015

Germanwings Flug 4U9525: Alles was gesagt werden muss

Kaum passiert was, schießen die Verschwörungstheorien ins Kraut. Ein einziger Kommentar auf Facebook fasst das alles so zusammen, dasss ich mir keine Mühe mehr machen muss, das zu schreiben. Danke Khalid Aguilar.

Quelle: https://www.facebook.com/Killuminati.for.Wakeup?fref=ts





Mittwoch, 25. März 2015

Die Lidl Kampagne "Qualität" mal hinterfragen

Ich habe eben diesen Werbebanner gesehen:

Da dachte ich mir, ich frage  mal nach, ob die gute Lidl-Qualität eine Tatsache ist und die Zutaten für das Brot und die Brötchen bei Lidl wirklich so gut sind wie beim echten Bäcker:


Ich halte euch auf dem Laufenden.


Update1: Der Eingang meiner Nachricht wurde bestätigt:

Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

vielen Dank für Ihre E- Mail.
Ihre Anfrage ist zur Bearbeitung bei uns eingegangen.
Sie erhalten in Kürze eine Rückmeldung. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.
Bitte wenden Sie sich bei Fragen zu Ihrer E- Mail direkt an die E-Mail-Adresse kontakt@lidl.de.
Bei Rückfragen per E- Mail geben Sie bitte unser Zeichen "#11441838" in der Betreffzeile mit an.
Mit freundlichen Grüßen

Ihr Lidl Kundenservice 


Update2: Bisher keine Antwort


Sollte ich doch noch eine sinn- und gehaltvolle Antwort bekommen, wär das ja ... ja so in etwa: 
Daher wäre es sehr hilfreich, wenn ihr meine Leser/innen mir da etwas helft und Lidl daran erinnert, mir zu antworten (mit dem Link auf diesen Beitrag). Hier geht's zum Lidl-Formular

Alternativ schreibt eine Mail. Lidl hat ja schon angegeben, wie das idealerweise gehandhabt wird: "Bei Rückfragen per E-Mail geben Sie bitte unser Zeichen "#11441838" in der Betreffzeile mit an". Die E-Mail dazu ist: kontakt@lidl.de.

Donnerstag, 19. März 2015

Das Stinkefinger-Video von Yanis Varoufakis ist gefälscht


Alle Welt spekuliert seit der Günter Jauch Sendung, ob der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis Deutschland tatsächlich den Stinkefinger gezeigt hat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er es nicht getan hat und der Beweis ist auch gar nicht schwer zu erbringen:

Ich habe bislang kein Video auf YT gefunden, dass Yanis Varoufakis MIT Stinkefinger zeigt, das anno 2013 hochgeladen wurde. Denn das wäre dann (fast) der Beweis, dass er es gemacht hat.

Der Hintergrund: Die URL eines YT Videos wird beim Upload vergeben und wenn man den Videoinhalt austauschen will, muss man das alte Video löschen und neu hochladen. Es ist in absoluten Ausnahmefällen möglich und nur in enger Absprache mit einem sehr gutwilligen und einflußreichen YouTube-Mitarbeiter, ein Video auf einer bestehenden URL auszutauschen. Das macht YouTube praktisch nie. Aber das ist in diesem Fall ja nicht einmal passiert, so viel Aufwand hat man für die Fälschung gar nicht betrieben.

Das bedeutet: Jedes Video das Yanis Varoufakis zeigt und nicht wesentlich älter ist als die Sendung, ist sehr wahrscheinlich gefälscht. Selbst die Videos des Subersive Festivals (!) von ihm sind von 2015 (https://youtu.be/MEUWxNifJJ8?t=40m25s). Das ist absolut ungewöhnlich, da die Videos ja von 2013 sein müssten. Das legt nahe, dass die entweder vorher nicht online waren, oder das unverfängliche Original gelöscht wurde und die Fälschung für Jan Böhmermann und Neo Magazin Royale hochgeladen wurde. Das würde mich auch nicht wundern, denn der Name der Konferenz legt nahe, dass man für solche Ideen offen sein könnte.

Das angebliche "Beweisvideo" wurde am 12.02.2015 (!) hochgeladen:


 #varoufake #jauchgate

Nachtrag: Abgesehen davon war es journalistisch absolut fahrlässig, das Video so aus dem Kontext zu reißen. Aber das ist ein anderes Thema. Ich wollte nur mal eben helfen klar zu machen, dass es eine Fälschung ist.

Donnerstag, 26. Februar 2015

So verhöhnt man den ehrlichen Handwerker: Audi Service TV-Spot "Mechanics"

After Sales wird immer wichtiger. Also muss man als Autohersteller seine Wagen den Händen zwielichtiger Werkstätten entreißen. Diesen ölverschmierten, untalentierten und mit dubiosen Maulschlüsseln arbeitenden Typen, die unrasiert und geldgierig auf Autofahrer-Opfer lauern.


Um dieses Klischee mit Leben zu füllen hat Audi einen sechs- oder siebenstelligen Betrag ausgegeben und in dem Audi Service TV-Spot "Mechanics" von der Agentur Thjnk umsetzen lassen. Die Story: Ein Audi A5 fährt durch eine öde Landschaft und es wird der Service fällig.


Auf diesem Moment warten offenbar die ganzen dubiosen Autoschrauber der Welt. Sie heften sich an den Audi und verfolgen ihn. Offenbar mit der Absicht, den fälligen Service zu übernehmen. Es kommt zu tumultartigen Szenen, rücksichtslos und unbeholfen hetzen die ungepflegten Handwerker dem Audi hinterher.


Dieser wütende Mob, der ein bisschen an Zombie-Apokalypse erinnert, wächst zu einer bedrohlichen Masse an, die wie bescheuert dem Audi nachjagt. Dieser rettet sich dann in letzter Sekunde in ein Audi-Zentrum, das sich vor dem Mob der Autoschraubern verschließt und ihn abprallen lässt.


Die Message lässt an Deutlichkeit dann auch nichts vermissen: Ein Audi gehört nur zu einem Audi-Typ mit sauberen Händen, bei dem man den Eindruck hat, er kann einen Maulschlüssel nicht von einem Ringschlüssel unterscheiden.


Gute Kommunikation? Audi legt sich mit der Konkurrenz der kleinen, freien Werkstätten an. Dem kleinen Handwerker, der dem Audi-Zentrum Umsatz streitig macht. Der Große tritt den Kleinen, der sich wie ein lästiger Schmarotzer in die Wertschöpfungskette einklinkt. Das ist meiner Meinung weder witzig, noch klug. Das ist nur arrogant und diskriminierend.

Hier der Spot in voller Länge. Eure Meinung interessiert mich:


UPDATE: Auch Lidl hat sich mit seiner neuen Kampagne das Ziel gesetzt, ehrliche Handwerker anzugreifen (Link). Immerhin hat Lidl Gegenwind mit #lidllohntnicht. Wird Zeit, dass auch #audilohntnicht gestartet wird.

Dienstag, 24. Februar 2015

Vignette Roulette. Für alle die über dummes Gesülze lachen.

Für alle, für die Werbung mehr ist als Produktinformation. Für alle, die besser fühlen als denken können. Für alle, die glauben, dass die Emotionalität von Bildern auch Senkkopfschrauben sexy macht. Für alle Werber, die irgendwie ideenlos sind. Für Auftraggeber, deren Produkt so langweilig ist, dass man es mit generischer Scheiße verrühren muss.

[Nicht unbedingt klicken]
Lidl hat es wieder hochgespült: "Hätte Lidl den Spot nicht genommen, hätte die Agentur ihn auch einer Lebens- oder Bausparversicherung, einer Frauenzeitschrift oder einem Einrichtungshaus andienen können", so Markenberater Klaus Brandmeyer, der schmerzlos 0 Sterne vergibt.


[Unbedingt klicken:]
Vignette Roulette treibt es auf die Spitze.

Junger Gliedvorzeiger mit roten Punkten auf den Wangen

Es gibrt nur sehr wenig Synonyme, die man verwenden kann ohne dumm da zu stehen. Die Ulm-News hatten gestern kein gutes Händchen:

Quelle

Montag, 26. Januar 2015

Die PEGIDA hatte Recht. Wir hatten Unrecht.

Ein namentlich nicht näher identifizierbarer Yetiş, Mitglied der Deutsch-Türkischen Akademiker, hat sich die Fakten der Einwanderung noch einmal - nach der ersten inneren Abwehrreaktion - angeschaut und kommt nun auch zu dem Schluss, dass seine unreflektierte Haltung, es gebe keine Islamisierung in Deutschland, haltlos ist.

Er schreibt: "Ich entschuldige mich bei allen islamophoben Rassisten, überassimilierten Haustürken und chronischen Schoßkanacken. Die PEGIDA hatte Recht. Wir hatten Unrecht. Die Bundesregierung hat den Migrationsbericht für das Jahr 2013 veröffentlicht. Der Bericht gibt die genauen Zahlen der Einwanderer und die Herkunftsländer an. Da wir ein akademisches Forum sind und wissenschaftliche und statistische Auswertungen ernst nehmen müssen, sah ich mich gezwungen meine Position nochmal zu überdenken."

In der Folge zählt er fein säuberlich auf, wie der Islam Deutschland überschwemmt. Und er nennt Ross und Reiter ohne Rücksicht auf all die Gutmenschen, die so tun als wäre alles in Ordnung. Hier seine Top-5-Länder, die verantwortlich für die Islamschwemme in Deutschland sind:
  1. Die Islamische Republik Polen
  2. Das Kalifat Rumänien
  3. Die Vereinigten Emirate von Bulgarien
  4. Das Sultanat von Italien
  5. Saudi-Spanien
Die ganze, schonunglose Analyse kann hier nachgelesen werden

Freitag, 23. Januar 2015

Warum waren so wenig Potester bei der Legida Demo?

Anonymous Live vor Ort: Das System wankt gewaltig. In Leipzig geht nichts mehr! ++++ Polizei erwartet bis zu 100.000 Demonstranten die sich auf insgesamt 20 Kundgebungen verteilen. [...] (Quelle). Doch inzwischen haben auch der Spiegel und Co. erkannt, dass es statt 100.000 nur rund 4000 waren. Also 4% der erwarteten Teilnehmerzahl. Aber warum?

Wir haben die exklusive Erklärung: Einige (ca. 23.000) hatten Schnupfen und haben unentschuldigt gefehlt. Auch die, die sich nochmal belesen haben (7) sind dann aufgrund besserer Sachkenntnis fern geblieben. Entschuldigt gefehlt haben Kevin Honk (Verstauchung), Schantalle Dumbrot (Nachhilfe), Janine Jaein (akute Unentschlossenheit). Knapp 73.000 andere waren auf dem Weg nach Dresden und haben zu spät ihren Fehler bemerkt.

P.S.: Etwaige Tippfehler in der Überschrift sind Absicht.

Das Anonymous Kollektiv, das so tut als hätte es was mit der echten Anonymous Bewegung gemeinsam (damit aber grundfalsch liegt), am 21. Januar.
 

Mittwoch, 14. Januar 2015

Ich habe nichts gegen patriotische Europäer die gegen die Islamisierung des Abendlandes sind, aber...

...das Boot ist voll.